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alter Mann mit Ball in der Hand

Altenpflegeheime

Altenwohnheime und Altenpflegeheime stehen unter staatlicher Heimaufsicht. In Altenwohnheimen wird Unterkunft in abgeschlossenen Wohnungen, auf Wunsch auch Verpflegung und Betreuung gewährt, wenn noch ein eigener Hausstand geführt werden kann. Alte Menschen, die wegen Krankheit oder Behinderung pflegebedürftig sind, erhalten in Altenpflegeheimen Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und Pflege. Voraussetzung ist die Zuerkennung eines Pflegegrades. Es gibt ein großes Angebot von Altenpflegeheimplätzen unterschiedlicher Träger. Es gibt Unterschiede im Wohn-, Versorgungs-, Pflege- und Betreuungsangebot sowie in den Kosten. Wichtig ist, sich rechtzeitig um einen Heimplatz zu bemühen und zu prüfen, ob das Leistungsangebot, die Atmosphäre und die Philosophie der Einrichtung den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Wenn auch von staatlicher Seite z.B. durch Heimgesetz, Heimmindestbauverordnung, Heimmitwirkungsverordnung und Heimpersonalverordnung bestimmte Minimalstandards für alle Einrichtungen gelten, ist es dennoch angebracht, vor dem Einzug das Heim zu besichtigen oder durch ein "Probewohnen" die Bedingungen des Wohnens, Lebens, der Pflege und Betreuung zu prüfen.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (z.B. 2011, 2012) unterscheidet fünf Generationen von Alten- und Pflegeheimen und bringt darin die konzeptionelle sowie strukturelle Entwicklung in diesem Handlungsfeld zum Ausdruck:

1. Generation: Leitbild 'Verwahranstalt' (1940er bis 1960er Jahre: Anstaltskonzept - 'Insasse wird verwahrt', Mehrbettzimmer, minimale Ausstattung, z. B. Sanitäreinrichtungen),

2. Generation: Leitbild 'Krankenhaus' (1960er bis 1980er Jahre: Stationskonzept - 'Patient_in wird behandelt', eher Zweibettzimmer, verbesserte Ausstattung, z. T. Bäderabteilungen, eigene Physiotherapie),

3. Generation: Leitbild 'Wohnheim'  (1980er und 1990er Jahre, Wohnbereichskonzept - 'Bewohner_in wird aktiviert', Wohngruppen, allmählich mehr Einzelzimmer),

4. Generation: Leitbild 'Familie' (seit ca. 1995, Hausgemeinschaftskonzept - 'Alte Menschen erleben Geborgenheit und Normalität', Loslösung von zentralen Versorgungseinheiten wie Großküche und Wäscherei, stattdessen Leben und Kochen in Wohngruppe, fast nur Einzelzimmer).

5. Generation: 'KDA-Quartiershaus' (ab 2010, Quartiershauskonzept, das auf drei Grundprinzipien basiert: Leben in Privatheit, Leben in Gemeinschaft und Leben in der Öffentlichkeit).

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Aktuelle Rezension

Buchcover

Andrea Schiff, Hans-Ulrich Dallmann: Ethik in der Pflege. UTB (Stuttgart) 2021. 238 Seiten. ISBN 978-3-8252-5587-9.
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