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Wohngemeinschaften

Seniorenwohngemeinschaften gibt es als private oder trägergestützte Variante: Ältere gründen in Eigenregie eine Wohngemeinschaft, Personen mit erhöhtem Versorgungsbedarf schließen sich speziellen, betreuten Wohngemeinschaften für Senioren an.

Es gibt verschiedene Modelle von Seniorenwohngemeinschaften: Bei klassischen Wohngemeinschaften teilen sich mehrere Bewohner eine Wohnung oder ein Haus. Als privater Rückzugsraum steht den Bewohnern nur ihr eigenes WG-Zimmer zur Verfügung; Wohnzimmer, Küche und Bäder werden gemeinschaftlich genutzt. Die Haushaltsführung wird zusammen organisiert. Diese Variante ist die engste Form des Zusammenlebens. Sie ist für alle für Menschen mit kognitiven Einschränkungen wie z. B. für Demenzkranke eine beliebte Lösung.

Mehr Privatsphäre bieten Senioren-Hausgemeinschaften. Jeder Bewohner lebt in einer eigenen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Zum Gesamtpaket solch einer Senioren-Wohngemeinschaft gehören in der Regel Gemeinschaftsräume, -aktivitäten und ein gemeinsames Dienstleistungsnetz.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften werden in der Regel von Wohlfahrtsverbänden oder Pflegediensten gegründet. Sie richten sich an pflegebedürftige Personen, die lieber in einer Wohngemeinschaft als in einem Pflegeheim leben möchten. Die Raumnutzung gestaltet sich wie in einer klassischen Wohngemeinschaft, die Pflegebedürftigen werden soweit möglich an den Alltagsaufgaben beteiligt. Begleitet werden betreute Senioren-WGs durch Pflegekräfte, die Haushalt, Versorgung und Gruppenaktivitäten koordinieren. Neuere Formen sind die Pflegeeinrichtungen der 4. Generation (Hausgemeinschaften/„Wohnpflegehaushalt“), die besonders für pflegebedürftige Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz zu empfehlen sind. Hier wohnen in der Regel 12 pflegebedürftige Menschen gemeinsam in einer Wohngruppe, die als Hausgemeinschaftswohnung bezeichnet wird. Jedes „Hausgemeinschaftsmitglied“ hat sein eigenes Wohn- bzw. Schlafzimmer mit separatem Sanitärbereich. Das Zimmer kann mit eigenen Möbelstücken ausgestattet werden. In der gemeinsamen Wohnküche, meist mit Berliner Ofen in der Mitte und einer im Zentrum gelegenen Küche, können selbständige Arbeiten, je nach Möglichkeit und Befähigung, verrichtet werden. Viele Demenzkranke in Altenpflegeheimen sind in diesen Wohngruppen organisiert und finden dadurch aktive Förderung.

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Buchcover

Andrea Schiff, Hans-Ulrich Dallmann: Ethik in der Pflege. UTB (Stuttgart) 2021. 238 Seiten. ISBN 978-3-8252-5587-9.
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