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ältere Frau beim Nordic Walking

Kurzzeitpflege

Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung. In Kurzzeitpflegeeinrichtungen erhalten ältere Menschen eine zeitlich begrenzte, intensive vollstationäre Versorgung und Betreuung. Sie wird in der Regel als selbstständiges Angebot (ohne Anbindung an ein Pflegeheim) oder als separater Wohnbereich eines Pflegeheimes angeboten. Es gibt zwei Formen der Kurzzeitpflege: a) die Kurzzeitpflege bei Verhinderung (§ 42 SGB XI. Zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 17.7.2017 I 2581) der Pflegeperson, wenn die Pflegeperson verreist oder aus anderen Gründen (z. B. Krankheit) verhindert ist (und b) die Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI), wenn die häusliche Versorgung vorübergehend nicht gewährleistet oder ausreichend ist. Die Pflegeversicherung finanziert dieses Angebot bis zu 1.612 € für insgesamt vier Wochen je Kalenderjahr. Nach Satz 2 kann diese Summe um bis zu 1 612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege nach § 39 Absatz 1 Satz 3 auf insgesamt bis zu 3 224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Beide Formen zielen darauf ab, pflegende Angehörige zeitweise, maximal vier Wochen, von den pflegerischen Aufgaben zu entlasten. In einem Kalenderjahr können sowohl vier Wochen Verhinderungspflege als auch die „normale“ Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden, so dass insgesamt die Möglichkeit für bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege besteht. Wichtige Funktionen sind die Vermeidung und die Verkürzung von Krankenhausaufenthalten, die Nachsorge nach Krankheit oder die gezielte Aktivierung des Pflegebedürftigen. Darüber hinaus können Pflegepersonen "Urlaub von der Pflege" machen, was entscheidend zur Stärkung und Erhaltung der Pflegebereitschaft und der Pflegefähigkeit beiträgt.

Den pflegenden Angehörigen bietet sie Entlastung, den alten Menschen unter Umständen neue Perspektiven durch Abwechslung im Alltag.

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Buchcover

Andrea Schiff, Hans-Ulrich Dallmann: Ethik in der Pflege. UTB (Stuttgart) 2021. 238 Seiten. ISBN 978-3-8252-5587-9.
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